Amsel, Drossel, Fink und Star - Tipps für einen vogelfreundlichen Garten

Zum Selbermachen *

Grünfinken treten häufig in kleinen Schwärmen auf. (Foto: Peashooter/pixelio)

Mit geschickter Bepflanzung lassen sich viele Vogelarten in den eigenen Garten locken. Gleichzeitig wird so die Artenvielfalt langfristig gefördert. Einheimische Sträucher und Gehölze liefern energiereiche Nahrung und Schutz für viele Vogelarten, damit diese gut und gesund die kalte Jahreszeit überstehen. Und nicht zuletzt macht es sehr viel Spaß, dem bunten Treiben der Vögel in ihrer natürlichen Umgebung zuzusehen.

Frau Dr. Sophia Engel vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) München nennt hier einige Gehölzarten, die sich besonders gut für die Vogelfütterung im eigenen Garten eignen.
Sie empfiehlt für die Drosselfamilie (Turdidae) und dabei speziell die Amseln (Turdus merula) die Pflanzung von Weißdorn (Crataegus monogyna), Schlehe (Prunus spinosa) und Mehlbeere (Sorbus aria). Dabei kann es schon mal passieren, dass die Vögel die Schlehenfrüchte bis in den Winter verschmähen. Nach dem ersten Frost sind diese offensichtlich besser verträglich, oder sie schmecken ganz einfach nicht so gut wie andere Früchte und Beeren in der näheren Umgebung. Sie werden erst gefressen, wenn es nichts besseres mehr gibt.
Wer die lebhaften und manchmal streitlustigen Grünfinken (Carduelis chloris) anlocken möchte, ist mit Rosen (Rosa canina) und deren Sammelnussfrüchten, den Hagebutten gut beraten, denn die Grünfinken knabbern die Samen der Hagebutten sehr gern. Generell bevorzugen Finkenarten wie Buchfink (Fringilla coelebs), Grünfink und der nur als Wintergast bei uns vorkommende Bergfink (Fringilla montifringilla) die Nüsschen von Hainbuche (Carpinus betulus) und Rotbuche (Fagus sylvatica). Stauden und „Unkräuter“ im Garten können ruhig schon mal bis ins nächste Jahr stehen bleiben, denn der bunt gefärbte und sehr hübsche Stieglitz (Carduelis carduelis) bevorzugt die Samen von Korbblütlern (Asteraceen) und von Karden (Caprifoliaceae).
Das Rotkehlchen (Erithacus rubelcula) liebt die pink-orangen, sehr dekorativen Früchte des Pfaffenhütchens (Euonymus europaea). Die für den Menschen giftigen Früchte werden in manchen Gegenden sogar „Rotkehlchenbrot“ genannt.

Die Insektenfresser unter den Vögeln, die nicht als Zugvögel in mildere Gegenden ziehen, sondern bei uns ausharren, müssen ab dem Herbst ihre Nahrungsgewohnheiten umstellen, denn die Insekten sind bis zum Frühjahr nicht mehr unterwegs. Die Vögel verzehren dann verstärkt weichschalige Früchte wie die des Holunders (Sambucus nigra). Der hohe Zuckergehalt der Beeren und Früchte liefert auch Zugvögeln wie Mönchs- (Sylvia atricapilla) und Gartengrasmücken (Sylvia borin) viel Energie für die anstrengenden Flüge ins Winterquartier und ersetzt die fehlende Insektennahrung.

Viel Vergnügen beim Beobachten der kleinen Vogelschar!

*„Zum Selbermachen“ gibt praktische Tipps für Haus und Garten.

https://www.lbv-muenchen.de/unsere-themen/naturnah-gaertnern.html