Insektenparadiese aus Goldblume, Kerbel und Zahnöhrchen-Margarite

Prächtige Blühstreifen statt schnöder Rasenflächen in Oberleiterbach. Die Dorfjugend hat nun die „Insektenkindergärten“ eingerichtet.

Dorfjugend in Oberleiterbach schafft neue "Insektenkindergärten"

Hannah ist ganz verzückt von den neuen Blühstreifen im Ort. Am liebsten würde sie sich mitten reinlegen, um die blühende Pracht ganz aus der Nähe betrachten zu können. Ihr Auftrag ist an diesem Tag aber ein anderer: gemeinsam mit den anderen Kindern der Dorfjugend wertet die Dreijährige die Flächen mit Insektenhotels auf. Diese hatten die Kinder bereits im März gebastelt. „Damit die Insekten ein neues Zuhause bekommen“, erklärt Angela Hennemann, eine der beiden Leiterinnen der Jugendgruppe, den kleinen Naturschützern.

11.07.2019

Regierungsbezirk: Oberfranken

Die dünnen Metallstäbe mit den Insektenhotels in Biene-Maja-Optik sind schnell verankert. Ein kleiner Schritt für die Kinder, ein großer für die Sechsbeiner: in die Schilfröhrchen im „Kindergarten für Insekten“ sollen schon bald Scherenbiene, Grabwespe, Löcherbiene & Co. einziehen.
Viele öffentliche Rasenflächen, die während der Dorferneuerung in Oberleiterbach entstanden sind, wurden mit dem Gartenbauverein zu Blühflächen umgewandelt. Es wurden zwei verschiedene Saatmischungen verwendet. Beide sind mehrjährig und sollen einmal im Jahr – im Herbst – abgemäht werden. So wurde außerhalb des Friedhofs am Wall die Artenreiche Fettwiese gesät. Sie enthält neben Kornblumen auch Wilde Möhre, Wiesen-Kerbel, Kuckucks-Lichtnelke, Rotes Straußgras und Schafschwingel. Die Blühflächen im Dorfkern selbst sind was für das Auge – und ganz nach Hannahs Geschmack. Diese Saatmischung enthält einen geringeren Anteil an Gräsern und blüht auffälliger. Zu bewundern sind beispielsweise Jungfer im Grünen, Moschusmalve, Pfirsichblättrige Goldblume und Zahnöhrchen-Margarite. Von der Auswahl des Saatguts, über die Anleitung für eine erfolgreiche Aussaat, bis hin zur Pflegeanleitung stand dem Gartenbauverein Oberleiterbach die Kreisfachberaterin Claudia Kühnel mit Rat und Tat zur Seite.
So sollen kleine Insektenparadiese mitten im Ort entstehen. Hannah jedenfalls wird öfters vorbeikommen und nachsehen. Es ist eben nie zu früh, Naturschützer zu werden.