Umbau zum Fledermauskeller zeigt Wirkung

Der Weg vom leerstehenden Bierkeller zum Fledermausquartier

Die Teilnehmer des Jugendworkcamps in Aktion (Bild: ALE Oberpfalz)

Unsere heimischen Fledermausarten sind hauptsächlich durch den Verlust von Quartieren gefährdet. Um dem entgegen zu wirken hat die Gemeinde Ursensollen im Landkreis Amberg-Sulzbach 2018 einen ehemaligen Bräukeller im Rahmen eines internationalen Jugendworkcamps fledermausgerecht saniert. Bereits kurz nach der Sanierung zeigte sich, daß das Projekt ein Erfolg ist - Der Keller wird sehr gut von den Fledermäusen angenommen.

05.02.2019

Regierungsbezirk: Oberpfalz

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Treibende Kraft für das Vorhaben war die Gemeinde Ursensollen mit Unterstützung von Armin Friedrich vom ALE Oberpfalz und Rudi Leitl, Gebietsbetreuer des LPV Amberg-Sulzbach. Projektleiterin von Seiten der Gemeindeverwaltung war Nina Forster.

Die 16 Jugendlichen aus 12 verschiedenen Ländern arbeiteten vom 28. Juli bis 18. August 2018 an dem Projekt. Unterstützt wurden sie dabei von der Baufirma Klebl aus Neumarkt und dem Landschaftsarchitekten Christopher Trepesch.

Der seit den 1950er Jahren leerstehende Keller wurde zunächst von Schutt und Unrat befreit. Durch den Einbau halboffener Trennwände aus Holz wurden unterschiedliche Wärmezonen geschaffen, um den Bedürfnissen verschiedener Fledermausarten gerecht zu werden. An Decke und Wänden wurden u.a. Hohlblocksteine und Well-Plexiglasplatten angebracht, die die Tiere als Unterschlupf nutzen können. In der neu gezimmerten Kellertür befindet sich eine Luke, die Fledermäusen das Ein- und Ausfliegen ermöglicht, Fressfeinde wie Marder jedoch draußen hält.

Auch das Umfeld des Kellers wurde in das Projekt mit einbezogen. So wurde im Eingangsbereich eine Bruchsteinmauer errichtet, Infotafeln aufgestellt, Sträucher und Bäume gepflanzt und ca. 50 Fledermauskästen im umliegenden Waldgebiet angebracht. Im Herbst 2018 wurden die verbliebenen Restarbeiten abgeschlossen.

Seitdem haben sich mindestens drei Fledermausarten in dem Keller häuslich eingerichtet. Es handelt sich dabei um die Mopsfledermaus, die Fransenfledermaus und das Braune Langohr. Welche Fledermausarten im Keller vorkommen, wird durch Rudi Leitl überwacht. Der Diplom-Forstwirt nutzt dazu neben Sichtkontrollen einen Batcorder, welcher die Ultraschalltöne der Fledermäuse für Menschen hörbar macht und aufzeichnet. Jede Fledermausart hat ihren charakteristischen Ruf und kann dadurch von anderen unterschieden werden. Im kommenden Sommer will Leitl neue Verstecknischen schaffen, bzw. die vorhandenen optimieren um den Keller für Fledermäuse noch attraktiver zu machen.

Der Fledermauskeller ist neben dem Artenschutzturm und dem Dorfweiher in Oberhof eines von vielen Projekten, mit dem sich die Gemeinde Ursensollen für den Erhalt der Biodiversität engagiert.

Auf der Internetseite OTV gibt es ein Video zu dem Projekt:
https://www.otv.de/mediathek/video/vom-braeukeller-zum-fledermausunterschlupf/