Neuigkeiten
  • Wasser- und Bodenschutz schafft Lebensräume

    • 28.05.2019
    • Unterfranken
Wolfsmünster ist ein kleiner Ort im Tal der Fränkischen Saale. Umgeben von hügeligen Wäldern hatte das Dorf lange damit zu kämpfen, dass bei starkem Regen wertvoller Oberboden aus den landwirtschaftlichen Flächen abgeschwemmt wurde und die Bodenfruchtbarkeit mehr und mehr verloren ging. Hangwasser gefährdete die gesamte Ortslage und immer wieder gab es Schäden an Wegen und in den Feldern.
Schon vor Beginn der Flurneuordnung gründete sich 1998 deshalb ein Arbeitskreis, der seither gemeinsam mit dem Vorstand der Teilnehmergemeinschaft Lösungen für einen nachhaltigen Boden- und Gewässerschutz entwickelt. Dass dies nur mit einer fachlich fundierten Planung gelingen kann, war dabei klar. Deshalb gab es zunächst einen Wege- und Gewässerplan mit einem landschaftspflegerischen Begleitplan.

Wasser bleibt dort, wo es gebraucht wird
Die Maßnahmen, die in den letzten Jahren daraus folgten, sind nicht nur ein Gewinn für Wasser und Boden, sondern gleichzeitig auch für die Tier- und Pflanzenwelt. Naturnahe Regenrückhaltebecken verhindern nun, dass das Oberflächenwasser nicht einfach über die Felder abfließt und den Oberboden mitnimmt, vielmehr bleibt das Regenwasser nun dort zurück, wo es gebraucht wird: in der Fläche. Das hat auch zur Folge, dass deutlich weniger Nährstoffe aus der Landwirtschaft in die Gräben, die Bäche und in die Fränkischen Saale gelangen. Die Regenrückhaltebecken selbst entwickeln sich zu attraktiven Biotopstrukturen, die der Artenvielfalt neue Räume erschließen. Pufferstreifen wurden ausgewiesen, die das Regenwasser aus Äckern und Wiesen abbremsen, filtern und versickern lassen. Diese Puffer bestehen aus extensiven Gras- und Krautstreifen mit Hecken, die entlang von Gräben oder aufgelassenen Hohlwegen verlaufen. Auch die Übergangsbereiche zwischen Wäldern, Heckenstrukturen und den landwirtschaftlichen Flächen bekamen solche Pufferbereiche, die sich nun zu wertvollen Lebensräumen für Pflanzen und Tiere entwickelt haben. Der Boden- und Gewässerschutz hat sich also für den gesamten Naturhaushalt ausgezahlt.

Gezielt pflegen
Der Gemeinde Gräfendorf sind die neu geschaffenen Anlagen wichtig. Deshalb hat sie neben den Flächen für die notwendigen Ausgleichmaßnahmen auch die freiwillig geschaffenen Landschaftspflegeflächen mit insgesamt zwei Hektar als Eigentümerin übernommen und sorgt für deren Unterhalt und Pflege. Auch gelang es, rund acht Hektar Fläche entlang der Fränkischen Saale für ein Gewässerentwicklungskonzept der Wasserwirtschaftsverwaltung zu erwerben. Für die ausgewiesenen Flächen hat das Sachgebiet Landespflege am Amt für Ländliche Entwicklung Unterfranken ein Bewirtschaftungs- und Sicherungskonzept entwickelt, das den aktuellen Zustand dokumentiert und die künftige Entwicklung mit gezielten Pflegeempfehlungen für die Gemeinde steuert. Dies wurde nun im Frühjahr 2019 übergeben.