Ein Winterquartier für Insekten

Blühwiesen bleiben auch in der kalten Jahreszeit stehen

© Verwaltung für ländliche Entwicklung

Dass Insekten im Sommer Blühflächen als Nahrungs- und Lebensraum brauchen ist allgemein bekannt. Doch dass diese Flächen auch im Winter essenziell für das Überleben vieler Insekten sind wissen weit weniger Leute. Häufig werden Blühflächen daher im Herbst abgemäht, weil sie nicht schön aussehen. Nicht so im kleinen Ortsteil Babenried (Gemeinde Landsberied). Bereits im dritten Jahr gibt es direkt am Ortsrand eine Blühwiese für Insekten. Zu Verdanken ist dies dem Engagement von Gaby Felbinger-Schneider.

Aus Liebe zur Natur begann sie 2019 Spenden von Nachbarn und Freunden zu sammeln. Mit Johann Hollinger aus Überacker fand Sie einen Landwirt, der eine erste Blühfläche anlegte.
Als Gaby Felbinger-Schneider 2020 verstarb führten ihr Mann Walter Schneider und ihr Sohn Alexander Felbinger das Projekt fort. Mittlerweile gibt es zwei Flächen mit insgesamt 28.000 m2. Rund 200 Bürger und Freunde beteiligten sich 2021 am Projekt. Auch zwei Bienenvölker des Fürstenfeldbrucker Verband Bayerischer Bienenzüchter fanden hier ein neues Zuhause.
„Uns war immer wichtig, dass die Fläche auch im Herbst und Winter bleibt“, erzählt Walter Schneider. Schließlich ging es seiner Frau darum, einen Lebensraum für Insekten und Tiere zu schaffen. Dass die vertrockneten Pflanzenstängel nicht so schön aussehen, ist nicht wichtig, denn die oberirdischen Pflanzenteile beinhalten Insektenlarven und Eier, verbliebene Samenstände sind eine wichtige Futterquelle für Vögel.
Trotzdem freut sich Herr Schneider schon wieder darauf, wenn es im Sommer blüht: „Sich einfach mal Zeit nehmen und reinzuhören, wie es summt und brummt, das ist für mich eine Sensation und motiviert das Projekt auch im nächsten Jahr fortzusetzen“.

14.12.2021

Regierungsbezirk: Oberbayern