Aditi

Ein Ort der Mensch und Natur zusammenbringt

ein aus Ästen gestaltetes Tor, vor einer weiten Landschaft

Aditi
© Elke Zeitler

Zwanzig Jahre lang war Evelin Rosenfeld eine Reisende und hat sehr intensiv von und mit der Natur gelebt. Die „Schönheit des Ortes“ hat sie vor fünf Jahren im Landkreis Coburg sesshaft werden lassen. Aditi (Mutter-, Erd- und Himmelsgöttin der hinduistischen Mythologie) nennt sie heute ihr Zuhause, welches sie auch als Kraftort bezeichnet. Die Entscheidung zum Kräuteranbau kam 2018 und mittlerweile hat sich daraus eine erfolgreiche Kräutergärtnerei entwickelt. Nun soll auch der angrenzende Acker in einen naturnahen Zustand zurückentwickelt werden.

Rosenfeldsche Permakultur
Evelin Rosenfeld führt uns durch ihren Kräutergarten – im Garten explodieren die Farben, es summt und brummt - ein Paradies für Insekten.
„Das ist Permakultur wie ich sie verstehe“ beschreibt Rosenfeld ihre Art der Bewirtschaftung. „Vorrangig geht es mir dabei um Kreislaufwirtschaft, mit dem zu arbeiten was man vor Ort vorfindet und das Zusammenspiel der Natur zu nutzen.“ führt sie weiter aus. Als sie das Grundstück übernahm, hatte es fünfzig Jahre Unberührtheit genossen. Es war voller Kraft und der perfekte Ausgangspunkt für einen Neubeginn. Evelin Rosenfeld fing an die vorhandenen Kräuter zu kultivieren, was sie letztendlich auf den Weg zur eigenen Kräutergärtnerei führte. Ein weiteres Prinzip ihrer Arbeit lautet – keine Maschinen!

Leben und leben lassen
Neben den Nutzflächen ihres Kräuterbetriebes hat sie große Bereiche ihres Grundstücks der Natur überlassen, in die sie nur minimal eingreift. Anfallendes Totholz verwendet sie, um Nutzungseinheiten zu gestalten. Das können Wege sein, die sie durch Äste auf dem Boden definiert oder Totholzhecken, die das gesamte Grundstück umrahmen.

Wiederbelebung eines Ackers
Ähnlich der bestehenden Flächen will sie nun die angrenzende Ackerfläche mit 20.000 qm gestalten oder „wiederbeleben“ wie Rosenfeld sagen würde.
Die Fläche sieht sie als Teil der geologisch, ökologischen Einheit des Söhnleinsberg, für den sie sich seit Erwerb ihres Grundstücks 2016 verantwortlich fühlt.
Auf dem Acker soll ein Mosaik aus Biotopstrukturen und Nutzflächen im Sinne der Permakultur entstehen. Dafür werden Hecken und heimische Obstgehölze gepflanzt, eine wechselfeuchte Mulde angelegt, eine artenreiche Magerwiese angesät sowie Totholzstrukturen und Lesesteinhaufen integriert. „Ich möchte der Natur etwas zurückgeben und meine jetzigen Flächen vor Einflüssen angrenzender Landwirtschaft schützen“ erklärt sie ihre Motivation für dieses große Projekt. Zusätzlich soll die Fläche auch für Umweltbildung zur Verfügung stehen.

Mammutprojekt Finanzierung
Obwohl das Projekt zu einem großen Teil staatlich gefördert wird (Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinie, FlurNatur), war für Evelin Rosenfeld die Frage nach der Finanzierung des Projektes die größte Herausforderung.
Nur mit viel Eigenleistung, helfenden Händen sowie einer Crowdfunding-Investition konnten die ursprünglich angesetzten Gesamtkosten und damit auch der erforderliche Eigenanteil auf eine realistische Summe reduziert werden.

Wasser ist Leben
Mit der Brunnenbohrung und der Verlegung des Stromkabels für die zukünftige Pumpe wurden am 25.05.21 die ersten Schritte des Projektes erfolgreich umgesetzt. Bei Dauerregen wurde gebaggert und gebohrt, bis nach 15 m endlich das Wasser erreicht war und aus der Bohrstelle sprudelte.
„Jetzt können die Pflanzen kommen“ freute sich Evelin Rosenfeld, die für die Organisation und Planung des Projektes sehr viel Zeit und Nerven eingesetzt hat.

Permakultur ist eine Lebenseinstellung
„Wer nach den drei ethischen Grundprinzipien der Permakultur wirtschaftet
1. Sorge tragen für die Erde
2. Sorge tragen für die Menschen
3. Faires Teilen aller Ressourcen
wird reichlich belohnt.“ versichert Rosenfeld.

Ihr Erfolg bestätigt diese Annahmen. Trotz Dürrejahr 2018 hatte sie bereits im ersten Jahr volle Ernte. Die Produkte, die in erster Linie reine Pflanzendestillate sind, weisen höchste Qualität auf, die sich laut Rosenfeld mit Schönheit und Einfachheit verbindet.
Auch der soziale Aspekt spielt auf Aditi eine wichtige Rolle. Ohne ein gegenseitiges Geben und Nehmen wäre dieses Projekt nie zustande gekommen.

08.07.2021

Regierungsbezirk: Oberfranken