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Das Wasser im Wald halten: Flurschäden vermeiden

„FlurNatur“ fördert wirkungsvollen Überschwemmungsschutz

Wolfgang Fricker markiert auf dem Forstweg, wo Wasserdurchlässe eingebaut werden sollen.
Wolfgang Fricker markiert auf dem Forstweg, wo Wasserdurchlässe eingebaut werden sollen.
© Bernhard Schneider/ALE Unterfranken

Der Graben neben der abschüssigen Forststraße wird an acht Stellen aufgeweitet. Sogenannte Gumpen werden geschaffen – eigentlich Sammelbecken, die aber vorzugsweise auch Molch & Co., zum Beispiel Gelbbauchunken und Grasfröschen, ein Zuhause bieten. Mittels dreier Durchlässe können hohe Niederschlagsmengen bald in eine Senke jenseits des Erschließungswegs abfließen.

Wenn das Wetter mitspielt, so hofft der mit den Erd- und Verrohrungsarbeiten beauftragte örtliche Garten- und Landschaftsbauer Jochen Deppisch (Zweiter von links), kann alles in acht Tagen erledigt sein. Am Donnerstagnachmittag, 23. Juni 2022, erfolgte die Einweisung durch den mit der Betriebsführung für den Hettstadter Gemeindeforst betrauten Wolfgang Fricker vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kitzingen/Würzburg. Ihm war es ein Anliegen, den Bau in der vom bayerischen Landwirtschaftsministerium ausgerufenen Themenwoche „Klimaschutz und Klimaanpassung“ zu beginnen. Das erforderliche Material traf noch rechtzeitig ein. Der Zuwendungsbescheid durch das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Unterfranken „für die Anlage von Struktur- und Landschaftselementen“ lag schon seit Anfang Mai vor.

Die Nettokosten sind auf rund 9000 Euro veranschlagt. Dazu trägt das ALE über das staatliche Förderprogramm „FlurNatur“ 7650 Euro – den Höchstsatz von 85 Prozent – bei. Felix Lang (rechts außen), der Ansprechpartner am ALE für „FlurNatur“, ließ sich das Vorhaben vor Ort gemeinsam mit David Liebler von der Initiative Zukunftswald Mainfranken erläutern. Für Letzteren ist das Projekt besonders interessant, weil nicht nur Kommunen und Verbände, sondern auch Privatwaldbesitzer, das Hauptklientel der Initiative, gefördert werden können.

Ergänzende Informationen vom 1. Juli 2022:

Regenrückhaltung funktioniert tadellos

Wer mag einen glücklichen Forstmeister seh’n? Der sollte nach Hettstadt in die Waldabteilung Tännig geh’n. Hier hat in der zurückliegenden Woche der Garten- und Landschaftsbauer Jochen Deppisch entlang des abschüssigen Erschließungswegs Durchlässe geschaffen und sogenannte Gumpen angelegt. Jetzt werden die Niederschläge in den kleinen Tümpeln gesammelt beziehungsweise in ein großes Rückhaltebecken in einer Senke geleitet. Kein reißender Bach überschwemmt mehr die Flur oder schwemmt den Schotter aus. „Ich bin so froh, dass das tadellos funktioniert“, schwärmte der mit der Betriebsführung des Hettstadter Gemeindeforstes betraute Wolfgang Fricker vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kitzingen/Würzburg am Freitagmorgen, 1. Juli 2022. Idealerweise hatte es vor der Bauabnahme rund 40 Liter Wasser pro Quadratmeter geregnet, sodass festzustellen war, dass Planung und Wirklichkeit übereinstimmen. Im Wesentlichen bekommt die Gemeinde das Projekt über das staatliche Förderprogramm „FlurNatur“ finanziert. Der beim Amt für Ländliche Entwicklung Unterfranken für die Genehmigung des Zuschusses zuständige Felix Lang lobte unter anderem das Einfühlungsvermögen des Baggerfahrers: „Dank der flachen Böschung können allerlei Tiere die Gumpen als Tränke nutzen. Amphibien wie die Gelbbauchunke gelangen problemlos wieder aufs Trockene.“

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